Gebührenboykott - Informationen zum Kampf für Gebührenfreiheit an der Universität Hamburg
Beschluss der Vollversammlung der Sozialwissenschaften vom 20.12.2006

Für einen Boykott der allgemeinen Studiengebühren

„Artikel 13
(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf Bildung an. Sie stimmen überein, dass die Bildung auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und des Bewusstseins ihrer Würde gerichtet sein und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten stärken muss. Sie stimmen ferner überein, dass die Bildung es jedermann ermöglichen muss, eine nützliche Rolle in einer freien Gesellschaft zu spielen, dass sie Verständnis, Toleranz und Freundschaft unter allen Völkern und allen rassischen, ethnischen und religiösen Gruppen fördern sowie die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Erhaltung des Friedens unterstützen muss.

(„Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“, von der BRD 1973 in den Stand eines Bundesgesetzes erhoben)

Der CDU-Senat hat in der Bürgerschaft beschließen lassen, das Bezahlstudium zum kommenden Sommersemester einzuführen. Studiengebühren egal welcher Art schrecken Studieninteressierte aus sozial schwächer gestellten Familien ab. Auf diese Weise wird die in Deutschland ohnehin schon vorhandene soziale Selektion im Bildungssystem weiter verschärft.
Studiengebühren leisten der Tendenz Vorschub, daß Bildung nicht mehr als öffentliche Aufgabe und Notwendigkeit, sondern als privat zu finanzierendes Individualinteresse angesehen wird. Die finanzielle Ausstattung der Hochschulen wird sich durch Studiengebühren aller Voraussicht nach nicht verbessern, statt dessen ist damit zu rechnen, daß sich der Staat zunehmend aus der Finanzierung der Hochschulen zurückzieht und seinen Bildungsauftrag vernachlässigt. Zur Lösung des Problems der Unterfinanzierung der Hochschulen ist der Ausbau und die öffentliche Finanzierung der Hochschulen notwendig.
Studierende werden durch Studiengebühren zu reinen Konsumenten universitärer Lehre gemacht. Dies widerspricht einem Studium in wissenschaftlicher Kooperation zwischen Lehrenden und Lernenden, die zur ’Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft’ (Leitbild der Universität Hamburg) beitragen will.
Da nun die Einführung von Studiengebühren zum kommenden Semester beschlossen ist, müssen wir ihre Erhebung unmöglich machen. Entscheidend ist dafür die Solidarität der Studierenden.

Die Vollversammlung der Studierenden des Fachbereichs Sozialwissenschaften

- fordert daher alle Studierenden dazu auf, sich an einem Boykott der allgemeinen Studiengebühren zu beteiligen,
- fordert den AStA dazu auf, weitere Verzögerungen zu unterlassen und den Boykott mit seinen infrastrukturellen Mitteln zu unterstützen
- bildet eine Boykott-AG, die für die Information über den Boykott und die Mobilisierung für das Gelingen des Boykotts am Fachbereich Sozialwissenschaften zuständig ist,
- und fordert darüber hinaus alle Studierenden dazu auf, sich über die kandidierenden Listen zur StuPa-Wahl zu informieren und sich informiert zu entscheiden. Für eine aufgeklärte, transparente und demokratische Wahl mit hoher Beteiligung!

http://www.gebuehrenboykott.de/artikel_59.html [Stand 20. Dezember 2006]